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Rach, der Projektmananger

Es gibt derzeit ja viele Doku-Soaps im deutschen Fernsehen. Zwischen den ganzen weniger brauchbaren Sendungen finde ich eine dennoch erwähnenswert,  “Rach, der Restauranttester”.  Diese Sendung ist wunderbar geeignet für Projektmanger oder Berater, da  die Konzepte sich sehr gut auf die IT-Projekte übertragen lassen. Vielleicht sollte ich damit anfangen, was Christian Rach überhaupt macht:
Er besucht pro Folge ein Restaurant, das kurz vor der Pleite steht. Seine Aufgabe ist es, das Lokal vor dem Ruin zu retten. Dazu testet er die Küche, den Service und die Führung der Gastronomie.

Das ist alles!

Genau das machen viele Berater aber auch. Sie zeigen auf, dass die Kommunikation unter den Abteilungen schlecht ist,  keine klare Aufgabenverteilung besteht und dass bestimmte Bereiche zusammengelegt werden sollen – in Form von Kompetenzzentren.  So, oder so ähnlich werden die Vorschläge wohl lauten.  Allerdings macht es Rach etwas anders. Er adaptiert nicht ein Schema F auf alle Restaurants, sondern jeder muss sich selbst treu bleiben.

Aber was kann man davon auf IT-Projekte übertragen?

Zuerst die Vorgehensweise:

  1. Probleme offen ansprechen
    Wird von vielen Beratern häufig nicht gemacht. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Einerseits könnte man dadurch Folgeaufträge zunichte machen, andererseits kann es klare Vorgaben durch das Management geben, eine bestimmte Meinung zu propagieren.
  2. Eigeninitiative verlangen
    Genau das sollte jeder Projektmanager oder Berater von seinem Team oder Kunden verlangen. Es geht nicht darum, einen Alleingang hinzulegen, sondern Teamarbeit ist das Stichwort.
  3. Beteiligte mit einbeziehen
    Ist kein Geheimnis, wird in der Praxis aber dennoch selten umgesetzt. Die Beteiligeten haben sich in der Regel bereits mit dem Thema auseinander gesetzt und können guten Input liefern.
  4. Sich selbst treu bleiben
    Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Während viele versuchen ihre Methoden, Werkzeuge und bekannte Software in allen Projekten anzuwenden, schaffen es andere die Eigenarten des Projekts und die Besonderheiten des Kunden zu berücksichtigen.
  5. Klare Aufgeben verteilen
    Nur Mitarbeiter, die wissen was sie zu tun haben, können sich auf die Arbeit konzentrieren und kommen sich nicht gegenseitig ins Gehege.
  6. Mitarbeiter motivieren
    Wenn die vorherigen Punkte umgesetzt werden, schafft das Anreize, damit sich die Mitarbeiter auch motivieren. Getreu dem Amerikanischen Sprichwort:

Tell me and I´ll forget;
show me and I may remember;
involve me and I´ll understand.

Genau an diese Punkte hält sich Christian Rach, wenn er ein Restaurant unter die Lupe nimmt. Nach einer Analyse, spricht er die Probleme offen an – und das mehr als deutlich. Er bezieht von Anfang an die Beteiligten mit ein und verlangt ihnen eigene Ideen zur Problemlösung ab. Dabei versucht er nicht einem traditionellen Wirtshaus eine System-Gastronomie aufzudrücken. Während der Umsetzung findet Rach immer wieder Worte des Lobs, um die Mitarbeiter zu motivieren (sofern diese es verdient haben).
Viele dieser Punkte werden von Projektmanagern und IT-Beratern bereits so umgesetzt, lediglich der vierte Punkt ist mir ein Dorn im Auge. Diesem Punkt wird leider nicht genug Beachtung geschenkt. Das zeigt die zunehmende Verbreitung von Standardsoftware auch in den Bereichen, in denen bisher aufgrund der speziellen Besonderheiten individuell entwickelt wurde.

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Gut, Günstig, Schnell – wähle zwei

Es ist schon verwunderlich, dass viele Menschen das Magische Dreieck des Projektmanagements kennen, aber bei technischen Systemen ein ähnliches Spannungsfeld nicht akzeptieren. Dabei ist es doch so einfach, die Eigenschaften eines Software- oder Hardwaresystems auf grundlegende Werte zu reduzieren und diese anschließend zu vergleichen.

Diese Eigenschaften stehen in einem Spannungsfeld nur kommt die Erkenntnis erst später im Projektverlauf.  In den Weiten des Internets habe ich einen Artikel dazu gefunden, der die Eigenschaften solcher Systeme vergleicht und eine andere Bezeichnung findet:

  • gut + schnell = teuer
  • gut + günstig = langsam
  • schnell + günstig = minderwertig

Leider ist es so, dass niemand solch sprechenden Bezeichnungen für ein System verwendet. Das würde dem Kunden sofort die Augen öffnen. Aber grundsätzlich wissen Sie nun, wenn Sie ein schnelles, günstiges System erworben haben, ist es von minderer Qualität. In diesem Sinne.