Rach, der Projektmananger

Veröffentlicht in Projektmanagement am 03.02.2009

1

Es gibt derzeit ja viele Doku-Soaps im deutschen Fernsehen. Zwischen den ganzen weniger brauchbaren Sendungen finde ich eine dennoch erwähnenswert,  “Rach, der Restauranttester”.  Diese Sendung ist wunderbar geeignet für Projektmanger oder Berater, da  die Konzepte sich sehr gut auf die IT-Projekte übertragen lassen. Vielleicht sollte ich damit anfangen, was Christian Rach überhaupt macht:
Er besucht pro Folge ein Restaurant, das kurz vor der Pleite steht. Seine Aufgabe ist es, das Lokal vor dem Ruin zu retten. Dazu testet er die Küche, den Service und die Führung der Gastronomie.

Das ist alles!

Genau das machen viele Berater aber auch. Sie zeigen auf, dass die Kommunikation unter den Abteilungen schlecht ist,  keine klare Aufgabenverteilung besteht und dass bestimmte Bereiche zusammengelegt werden sollen – in Form von Kompetenzzentren.  So, oder so ähnlich werden die Vorschläge wohl lauten.  Allerdings macht es Rach etwas anders. Er adaptiert nicht ein Schema F auf alle Restaurants, sondern jeder muss sich selbst treu bleiben.

Aber was kann man davon auf IT-Projekte übertragen?

Zuerst die Vorgehensweise:

  1. Probleme offen ansprechen
    Wird von vielen Beratern häufig nicht gemacht. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Einerseits könnte man dadurch Folgeaufträge zunichte machen, andererseits kann es klare Vorgaben durch das Management geben, eine bestimmte Meinung zu propagieren.
  2. Eigeninitiative verlangen
    Genau das sollte jeder Projektmanager oder Berater von seinem Team oder Kunden verlangen. Es geht nicht darum, einen Alleingang hinzulegen, sondern Teamarbeit ist das Stichwort.
  3. Beteiligte mit einbeziehen
    Ist kein Geheimnis, wird in der Praxis aber dennoch selten umgesetzt. Die Beteiligeten haben sich in der Regel bereits mit dem Thema auseinander gesetzt und können guten Input liefern.
  4. Sich selbst treu bleiben
    Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Während viele versuchen ihre Methoden, Werkzeuge und bekannte Software in allen Projekten anzuwenden, schaffen es andere die Eigenarten des Projekts und die Besonderheiten des Kunden zu berücksichtigen.
  5. Klare Aufgeben verteilen
    Nur Mitarbeiter, die wissen was sie zu tun haben, können sich auf die Arbeit konzentrieren und kommen sich nicht gegenseitig ins Gehege.
  6. Mitarbeiter motivieren
    Wenn die vorherigen Punkte umgesetzt werden, schafft das Anreize, damit sich die Mitarbeiter auch motivieren. Getreu dem Amerikanischen Sprichwort:

Tell me and I´ll forget;
show me and I may remember;
involve me and I´ll understand.

Genau an diese Punkte hält sich Christian Rach, wenn er ein Restaurant unter die Lupe nimmt. Nach einer Analyse, spricht er die Probleme offen an - und das mehr als deutlich. Er bezieht von Anfang an die Beteiligten mit ein und verlangt ihnen eigene Ideen zur Problemlösung ab. Dabei versucht er nicht einem traditionellen Wirtshaus eine System-Gastronomie aufzudrücken. Während der Umsetzung findet Rach immer wieder Worte des Lobs, um die Mitarbeiter zu motivieren (sofern diese es verdient haben).
Viele dieser Punkte werden von Projektmanagern und IT-Beratern bereits so umgesetzt, lediglich der vierte Punkt ist mir ein Dorn im Auge. Diesem Punkt wird leider nicht genug Beachtung geschenkt. Das zeigt die zunehmende Verbreitung von Standardsoftware auch in den Bereichen, in denen bisher aufgrund der speziellen Besonderheiten individuell entwickelt wurde.

Enterprise 2.0 - Die Entdeckung des Menschen

Veröffentlicht in Enterprise 2.0 am 21.01.2009

3

Die mit Spannung erwartete Fortsetzung der Reihe „Wissensmanagement im Enterprise 2.0“ ist nun erschienen. Schon der erste Teil zeigte sehr kritisch, wie mit neuen Tools alte Konzepte umgesetzt werden.

In diesem Teil präsentieren die Enterprise 2.0-Spezialisten der T-Systems sehr gelungen, welchen konkreten  Zweck die Web 2.0-Tools in Projekten haben können.

Die Botschaft ist: „Die Entdeckung des Menschen“ und meint damit, dass nicht nur Wissen verknüpft wird, sondern vor allem auch Menschen.

Wenn man sich die Definition von Enterprise 2.0 einmal ansieht, denke ich dass diese Präsentation ein echter Volltreffer ist:

Enterprise 2.0 ist ein Begriff für die Technologien und Geschäftspraktiken, die die Mitarbeiter von den Fesseln der Altlasten der Kommunikations- und Arbeitsmittel wie E-Mail befreien. Es gibt dem Management durch ein Netz von miteinander verbundenen Anwendungen, Diensten und Geräten Zugriff auf die richtigen Daten zur richtigen Zeit. Enterprise 2.0 macht die kollektive Intelligenz Vieler zugänglich und ergibt damit einen Wettbewerbsvorteil in Form von erhöhter Innovation, Produktivität und Wendigkeit.

Ich bin schon auf den dritten Teil gespannt :)

Enterprise 2.0 - Der Wikipedia Irrtum

Veröffentlicht in Enterprise 2.0 am 18.01.2009

2


Wieder eines meiner Lieblingsthemen.  Enterprise 2.0 funktioniert in bestimmten fällen, wie man ja bereits verfolgen konnte. Dennoch scheint es ein Irrglaube zu sein, einfach die Tools aus dem Web 2.0 in die Unternehmen zu bringen und zu hoffen, dass die richtigen Experten ihr Wissen schon mitteilen. Denn auch Wikis, Blogs und sonstige Social-Software sind nur Tools die es richtig zu benutzen gilt.

In dieser Präsentation der T-Systems, die ich auf dem Blog Projektmanagement 2.0 gefunden habe, geht man auf dieses Thema ein. Hier zeigt man, wie mit neuen Tools alte Konzepte umgesetzt werden.

Ein Stück in drei Akten. Ich bin schon auf die Fortsetzung gespannt.

Enterprise 2.0 am Beispiel Synaxon

Veröffentlicht in Enterprise 2.0 am 12.01.2009

1

Ich bin selbst derzeit tief im Enterprise 2.0 Thema. Zwar nicht gerade beruflich – auch wenn wir dort bereits seit 2005 ein Wiki einsetzen – sondern aufgrund meiner Diplomarbeit. Hier streife ich natürlich das Thema Enterprise 2.0 im Rahmen von Mashups zur Systemintegration.

Soweit zur Theorie. Wie das in der Praxis aussieht zeigt uns die Synaxon. In deren Blog veröffentlichte Frank Röbers einen Beitrag über den Einsatz von Web 2.0 – Techniken im Unternehmensumfeld. Wie ich finde, ein gelungener Beitrag und wer schon immer wissen wollte wie sich Wikis auf die Strukturen und die Motivation der Mitarbeiter auswirken, sollte die Trimesterarbeit von  Mario Günnewig lesen.

Projekte nach Augenmaß

Veröffentlicht in Projektmanagement am 02.01.2009

2

Physikalische Grenzen werden von den meisten Menschen akzeptiert. So besitzt das Licht eine nicht beeinflussbare Geschwindigkeit und kein Mensch wird jemals die 100m  in sieben Sekunden laufen. Kein Handwerker baut Möbel nach Augenmaß und kein Architekt ein Haus ohne Berechnung der Statik. Dennoch werden genau diese Gesetzmäßigkeiten bei IT-Projekten immer wieder versucht zu umgehen. Es wird ein Projektplan aufgesetzt, der die Grenzen des Machbaren außer Acht lässt. Wenn also ca. 6 Personenmonate veranschlagt werden, ist es nicht mit 6 Personen in einem Monat realisiert. Oder anders ausgedrückt: „Wenn ein Schiff vier Tage braucht um den Atlantik zu überqueren, wie lange brauchen also zwei Schiffe…“.

Für jeden gegeben Funktionsumfang eines Software-Systems existiert eine minimale Projektlaufzeit und ein minimales Budget, welches kein Projektteam der Welt in der Lage ist zu unterschreiten. Ich kann mir also nur vorstellen, dass es sich um Wunschdenken im Management handelt solche Projekte zu verabschieden (siehe Punkt 6 in diesem Beitrag).

Die Grenzen der Machbarkeit beruhen auf einfachen Prinzipien wie ich in diesem Beitrag bereits erwähnt habe. Und wer ein Projekt mit unrealistischen Rahmenbedingungen unternimmt sollte vielleicht doch noch mal den Zollstock zur Hand nehmen ;)

Bildquelle: www.piqs.de/ Knipsermann, Wir bauen ein Haus!